Ich enzog mich der Welt...

Ich enzog mich der Welt indem ich zerbrach.
Auf grauenvolle Weise zerbrach.
So dass niemand jemals wagen würde zu behaupten ich sei heil.

Ich entschied mich arm zu sein unter den Menschen.
Ich nahm ein ewiges Leid und hängte es mir um's Herz.
In verschlissenen Kleidern laufe ich am Ufer des Flusses.

Niemand würde je nach meiner Kreditkarte fragen.
Oder die Leistungsbeschreibung meines Profils liken.
Man lässt mich zurück als Kompanion der Bäume
und Gräser und Käfer und Vögel.
Und des Windes.
Und als der einfache Handlanger von Regentagen.

Leute vergessen meinen Namen.
Selbst den Eltern entglitt er beim Abwasch.
Und Tag um Tag trage ich ihn zum Fluss
und lege seine Worte und Geschichten in dessen Strom.

Ich werde zum Fisch.
Zu den Wolken.
Ich öffne meine Arme wie die Schwingen der Möwen im Wind.

Endlich.
Endlich ist mein Name so ausgewaschen und blank
dass ihn auch die klugen Krähen
und die Falken mit ihren wachen Augen
nicht mehr lesen können.

Heimlich jedoch
und mit großer Sorgfalt
platziere ich Hinweise in den Spinnweben und Blütenkelchen.

Denn ich weiß
Du wirst kommen und mich finden.
Und auf ein Neues werde ich Mensch sein.

[26. März 2026]