Wie Mondblüten rollt die Einsamkeit...

Wie Mondblüten rollt die Einsamkeit dieses Abends vor meine Füße,
wie ein verirrter Falter trommelt sie in meiner Brust,
und sein Morsecode sinkt in die stillen Ohren der Wiese.

Ich halte meine Hand in die warme Luft,
bezaubert vom weichen Gang der Zeit am Abend im Sommer.
Meine Füße baden auf den vom Tag noch trunkenen Steinen.

Tausendmal will ich die Tage grüßen,
und tausendmal die Reise der Sonne,
und dann
die paar Schritte durch den Abend tun,
und in die Nacht
und ihre Stimme,
die die Namen schluckt.

Wer fährt mir mit der Hand über die Augen?
Wer hat sein Ohr auf meiner Brust, wenn die Fledermäuse durch meine Zehen huschen?
Ich wünsche mir einen Ton in den Röhren meiner Knochen.
Ich wünsche mir Funkelaugen,
ein großes Lächeln, das sich Nase an Nase auf meine Blicke legt.
Wenn der Mond sinkt
sollen Worte
wie Planetensäle in meine Ohren fallen.

[13. Juni 2009]